Bildprozesse

Wie malt man intuitiv?

Jeder kennt das Wort intuitiv. Doch was ist Intuition?

Es gibt das Bewusstsein und das Unterbewusstsein. Die Wahrnehmung des Menschen ist eine Mischung aus beiden. Um intuitiv zu malen, muss das Bewusstsein "in den Schlaf gelegt werden". Das heißt nichts denken. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Gerade wenn man nichts denken will, geht das Geplapper los. So gibt es verschiedene Möglichkeiten, in einen intuitiven Prozess zu kommen.

Hier ein Beispiel:

Step 1: Setzen Sie sich bequem hin, legen Sie ein großes Blatt vor sich (kann auch Packpapier sein), nehmen Sie in jede Hand einen Stift mit unterschiedlicher Farbe Ihrer Wahl. Dann schließen Sie die Augen, atmen ein paar mal tief durch und beginnen mit beiden Händen gleichzeitig Linien zu malen. Kreise, Formen, was immer Sie spüren. Egal ob schnell oder langsam, bewegen Sie Ihre Stifte über das Papier. Wenn Sie das Gefühl haben, das es genug ist, hören Sie auf.

 

 

Step 2: Schauen Sie nun das "Gekritzel" an. Welche Formen sprechen Sie an? Füllen Sie die Formen mit Farbe. An was erinnern Sie diese Formen? Welche Gedanken kommen? Welches Thema beschäftigt Sie?

 

Step 3: Malen Sie weitere Formen aus. Manches kristallisiert sich, anderes wird vielleicht übermalt. Die Formen verlieren ihre Grenzen. Es gibt keine Regeln. Alles darf sein.

 

Step 4: Das Bild das entstanden ist, ist für das Bewusstsein nicht zu verstehen. Der Maler alleine weiß, um welches Thema es ging. Die heilende Wirkung liegt im Unterbewusstsein. Von dort aus geht die Veränderung der Wahrnehmung.

 

Intuitive Bilder sind in ihrem Ausdruck magisch. Sie ziehen an, stoßen ab, erschrecken, faszinieren, geben Rätsel auf. Man muss sie ansehen, sich mit ihnen auseinander setzen. Gleichzeitig ist es eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Mit der eigenen vielleicht verzerrten Wahrnehmung, oder mit der Lösung, die man sich weigert bewusst anzusehen. Auf dem Bild wird es sichtbar. Meiner Erfahrung nach braucht man jedoch das Gespräch mit dem Kunsttherapeuten über das Bild, um das was man selber nicht sieht oder wahrnimmt, offen zu legen.

Hier noch ein wichtiger Hinweis: Meine Seite ist eine Erfahrungsseite. Ich stelle hier keine Diagnosen. Sollten Sie sich in einer Situation befinden, die eine Therapie erfordert, sprechen Sie bitte mit einem Arzt und einem Kunsttherapeuten Ihres Vertrauens. Wenn Sie die Bildprozesse für sich selbst ausprobieren möchten, so tun Sie dies in eigener Verantwortung. Die Tür die geöffnet wird, muss auch wieder geschlossen werden! Damit meine ich, wenn jemand z.B. ein Trauma erlitten hat, kann dies bei der Kunsttherapie zum Vorschein kommen, dann ist es sehr, sehr wichtig, das der Therapeut zusammen mit dem Patienten "die Tür" wieder schließt!!!